So viele Heimtiere leben in Deutschland

Viele Deutsche lieben Heimtiere. Das zeigen Zahlen des ZZF (Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V.). So war im Jahr 2022 in nahezu jedem zweiten deutschen Haushalt mindestens ein Heimtier zu finden. Was glauben Sie? Leben mehr Hunde oder Katzen in deutschen Haushalten und wie viel Geld geben Deutsche für Heimtiere aus? Dieser Artikel klärt auf.

Sind Heimtiere auch Haustiere?

Grundsätzlich kann die Frage mit Ja beantwortet werden. Der wesentliche Unterschied der beiden Bezeichnungen ist, dass mit der Bezeichnung Haustiere genau genommen auch Hühner, Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Pferde gemeint sein können. Tiere, die beim Menschen nicht nur im Haushalt, sondern auch im Garten oder Stall leben.

Hingegen werden als Heimtiere nur Tiere bezeichnet, welche in der Wohnung, dem Haus oder im Garten leben. Dementsprechend sind Schweine oder Pferde keine Heimtiere. Zu den Heimtieren zählen neben Hunden und Katzen, Meerschweinchen, Hamster und andere Nagetiere sowie diverse Vögel und Fische. Zu den Heimtieren gehören jedoch auch Schlangen und andere Reptilien, die in der Regel in Terrarien gehalten werden.

Schwankende Zahlen bei der Heimtierpopulation in Deutschland

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Heimtiere in Deutschland laut den Marktdaten des ZZF in etwa gleichgeblieben. Den Höchststand in den vergangenen Jahren gab es im Jahr 2020 mit 34.9 Millionen Heimtieren. Der leichte Anstieg kann womöglich auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sein. Vielleicht wollten alleinstehende Menschen mit dem Kauf eines Heimtiers einen Gefährten für die schwere Zeit und nicht alleine in der Wohnung oder im Haus leben. Im Jahr 2022 gab es mit 34.4 Millionen Heimtieren in Deutschland wieder einen leichten Rückgang, wie anhand der Statistik gut zu sehen ist.

Im weltweiten Vergleich ist dies jedoch noch kein Spitzenwert, denn in den USA gibt es laut Forbes in 66 Prozent aller amerikanischen Haushalte mindestens ein Heimtier. Zudem zeigt die Heimtier-Statistik von World Population Review, dass die USA diese mit großem Abstand vor China und Großbritannien anführt. So gibt es in den USA mehr als 150 Millionen Heimtiere.

Gibt es mehr Hunde oder Katzen in Deutschland?

Am häufigsten sind in deutschen Haushalten Katzen zu finden. Im Jahr 2022 gab es 15.2 Millionen Katzen und 10.2 Millionen Hunde in Deutschland. Dies war auch in den vergangenen Jahren so, wie die nächste Statistik gut zeigt.

Interessant an diesem Diagramm zu sehen ist, dass vor allem die Zahl der Katzen in Deutschen Haushalten von 2017 bis 2021 von 13.7 Millionen auf 16.7 Millionen gestiegen ist. So gab es innerhalb von wenigen Jahren 3 Millionen mehr Katzen. Die Zahl der Hunde in Deutschland stieg von 9.2 Millionen (2017) auf 10.6 Millionen (2022) in den letzten Jahren deutlich weniger stark an.

Im weltweiten Vergleich zählt Deutschland auch zu jenen Nationen mit den meisten Hunden in Haushalten.

Anhand dieser Zahlen ist zu sehen, dass in den USA mit Abstand die meisten Hunde in Haushalten leben. So leben rund 7-mal so viele Hunde in amerikanischen Haushalten wie in Deutschland. Mit rund 330 Millionen Menschen ist die Bevölkerung in den USA jedoch nur rund 4-mal größer als in Deutschland. Interessant ist auch, dass in China, dem bevölkerungsreichsten Land der Erde, deutlich weniger Hunde anzutreffen sind. In österreichischen Haushalten leben rund 740.00 Hunde. In Schweizer Haushalten sind circa 550.000 Hunde zu finden.

Auch bei der Zahl von Katzen in Haushalten ist die USA Spitzenreiter. Der Abstand zu China ist bei den Katzen jedoch bei weitem nicht so groß wie bei den Hunden.

Ob Katzen oder Hunde, die Zahlen zeigen, dass Amerikaner gerne Heimtiere in ihren Haushalten halten. Auch Deutschland ist bei Katzen und Hunden immer auf den vorderen Positionen der Nationenvergleiche zu finden.

Wie viele Heimtiere noch in deutschen Haushalten gehalten werden

Populär in deutschen Haushalten sind auch Kleintiere wie Kaninchen, Hamster oder Meerschweinchen sowie Ziervögel. So waren im Jahr 2022 4.9 Millionen Kleintiere in deutschen Haushalten zu finden. Zudem gab es rund 3.7 Millionen Ziervögel. Demnach sind mehr als 10 Prozent aller Heimtiere in Deutschland Ziervögel. Am wenigsten häufig in deutschen Haushalten anzutreffen sind Aquarien und Terrarien.

Die Zahl der Kleintiere und Ziervögel in deutschen Haushalten hat in den vergangenen Jahren fast stetig abgenommen. Gab es im Jahr 2017 noch 6.1 Millionen Kleintiere, waren es 2022 nur noch 4.9 Millionen Kleintiere. Bei den Ziervögeln sank die Zahl von 5.3 Millionen (2017) auf 3.7 Millionen (2022). Zu sehen ist jedoch auch, dass es von 2021 auf 2022 einen Aufschwung bezüglich der Haltung von Kleintieren und Ziervögeln gab.

Die Zahl der Aquarien in deutschen Haushalten hat zugenommen. Im Vergleich zu 2017 gab es 2022 200.000 Aquarien mehr in Wohnungen und Häusern. Zwar war auch 2018 und 2019 ein Abwärtstrend zu erkennen, allerdings hat die Zahl an Aquarien in Deutschland ab 2019 stark zugenommen.

Ein ähnlicher Trend ist bei den Terrarien zu sehen. Die Zahl der Terrarien in Deutschland nahm seit 2017 mit Ausnahme von 2020 stetig zu. Im Jahr 2022 waren 500.000 Terrarien mehr in deutschen Haushalten zu finden als im Jahr 2017.

Mehr Heimtiere in Haushalten von älteren Menschen zu finden

In den vergangenen Jahren wenig geändert hat sich die Tatsache, dass bei Menschen über 60 die meisten Heimtiere zu finden sind. Anhand der vorhandenen Zahlen lässt sich ableiten, dass je jünger Personen sind, desto weniger Heimtiere im Haushalt zu finden sind. So gab es im Jahr 2022 gegenüber über 60-jährigen nur bei etwa der Hälfte der bis zu 29-jährigen ein Heimtier.

Dieses Diagramm zeigt, mit zunehmendem Alter steigt das Interesse an Heimtieren. In den USA sind es 30- bis 45-jährige (33 Prozent), welche meist ein Haustier besitzen. Von der Generation X, also jene, die zwischen 1965 und 1980 geboren wurden, besitzen in den USA 25 Prozent ein Heimtier. Von den jüngeren Menschen, die zwischen 1997 und 2012 geboren wurden, besitzen 16 Prozent der Amerikaner ein Haustier. Dementsprechend verhält es sich in den USA etwas anders als in Deutschland.

Was Deutsche für Heimtiere ausgeben

Für ihre Heimtiere sind Deutsche bereit tief in die Taschen zu greifen. Im Jahr 2022 wurden mehr als 6 Milliarden Euro für Heimtiere ausgegeben. Das sind pro Haustier rund 175 Euro. Im Vergleich dazu betrug der Umsatz im Jahr 2017 mit etwas mehr als 4.8 Milliarden Euro deutlich weniger. In die Berechnung des Umsatzes für den Heimtierbedarf mit eingeflossen sind Futter sowie Bedarfsartikel wie Katzenstreu.

Das geben Deutsche pro Hund und Katze für Futter im Jahr aus

Im Gegensatz zur Zahl der Heimtiere gab es in den vergangenen Jahren beim Heimtierbedarf einen stetigen Anstieg zu verzeichnen. Hauptsächlich wird für Tierfutter das Geld ausgegeben. Im Jahr 2022 wurden mehr als 4 Milliarden Euro für Tierfutter ausgegeben. Dabei wurde mit Katzenfutter mit rund 2 Milliarden das meiste Geld erwirtschaftet. Beim Hundefutter betrug der Umsatz im Jahr 2022 rund 1.8 Milliarden Euro. So wurden im Jahr 2022 in deutschen Haushalten rund 170 Euro für Hundefutter pro Hund ausgegeben. Für Katzenfutter gaben Besitzer im Jahr 2022 rund 132 Euro je Katze pro Jahr aus.

Im vergangenen Jahr gab es einen Anstieg bei den Ausgaben für Katzen- und Hundefutter. Gaben Besitzer einer Katze 2021 noch 107 Euro aus, wurde im Jahr 2022 mit rund 132 Euro pro Katze deutlich tiefer in die Tasche gegriffen. Bei den Hunden gab es bereits von 2020 auf 2021 einen Anstieg bei den Ausgaben. Im Jahr 2020 wendeten Hundebesitzer rund 146 Euro pro Jahr für ihren Hund auf. Im Jahr 2021 waren es rund 163 Euro. Von 2021 auf 2022 gab es mit rund 170 Euro erneut einen Anstieg bei den Ausgaben für Hundefutter pro Hund/pro Jahr. Dies ist wie bei den Kosten für gesunde Ernährung wahrscheinlich auf Preissteigerungen zurückzuführen.

Die Umsatzzahlen von Katzenfutter in Deutschland

Im Allgemeinen stiegen die Umsätze für Hunde- und Katzenfutter in den vergangenen Jahren. Dabei ist festzustellen, dass Besitzer mehr Geld für Feuchtfutter als für Trockenfutter ausgeben.

Bei allen Katzenfutterarten ist in den letzten Jahren ein Umsatzanstieg gegeben. Snacks und Trockenfutter scheinen beim Kauf von Katzenfutter in etwa gleich beliebt zu sein.

Die Umsatzzahlen von Hundefutter

Wie beim Katzenfutter verzeichnete der Handel auch beim Hundefutter ein Umsatzwachstum. Neben Feuchtfutter scheinen Hundesnacks immer beliebter zu werden. Insbesondere zwischen 2020 und 2021 gab es bei den Snacks einen starken Anstieg von mehr als 10 Prozent.

Was für einen Ziervogel pro Jahr in Deutschland ausgegeben wird

Deutlich weniger Geld als für Katzen oder Hunde werden verständlicherweise für Ziervögel ausgegeben. Im Jahr 2022 gab es einen Umsatz von 67 Millionen Euro für Ziervogelfutter. So wendeten Deutsche im Jahr 2022 pro Jahr und pro Ziervogel im Durchschnitt rund 18 Euro für den Kauf von Ziervogelfutter auf. Im Jahr 2017 waren es lediglich rund 7.90 Euro pro Ziervogel im Jahr.

Wie anhand des Diagramms gut ersichtlich ist, stiegen zwischen 2017 und 2021 die Ausgaben für Ziervogelfutter je Ziervogel in Deutschland. Der Höhepunkt wurde im Jahr 2021 mit mehr als 21 Euro pro Ziervogel erreicht. Im Jahr 2022 gaben Deutsche wieder weniger für das Futter ihrer Ziervögel aus.

Wie viel Deutsche für Bedarfsartikel für Heimtiere ausgegeben

Ob Hundehalsband, Spielzeug oder Katzenstreu, Deutsche kümmern sich meist gut um die Tiere im Haushalt. Dementsprechend wird auch für den Kauf von Bedarfsartikel viel Geld ausgegeben. Ein starker Anstieg wie beispielsweise bei den Ausgaben für Ziervogelfutter oder beim Umsatz von Katzenfutter gibt es jedoch nicht. Dies ist entweder auf gleichbleibende Preise der Bedarfsartikel oder den sparsameren Umgang mit dem verfügbaren Geld zurückzuführen.

Während es zwischen 2017 und 2021 ein stetiges Umsatzwachstum bei den Bedarfsartikeln für Heimtiere gab, war von 2021 bis 2022 ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Das meiste Geld wird für Katzenstreu ausgegeben. Verständlich, da es sich um Katzen-Bedarfsartikel handelt, die regelmäßig gekauft werden müssen. Im Jahr 2022 gaben Deutsche 324 Millionen Euro für Katzenstreu aus. Pro Katze waren dies im Jahr 2022 rund 21.30 Euro pro Jahr, die Deutsche für Katzenstreu ausgegeben haben. Im Vergleich dazu gaben Besitzer einer Katze im Jahr 2017 rund 20.88 Euro pro Jahr für Katzenstreu aus.

Mit welchen Gesamtkosten Hunde- und Katzenbesitzer rechnen müssen

Die in den Statistiken zu sehenden Kosten beziehen sich lediglich auf Katzen- und Hundefutter sowie Bedarfsartikel. Die Gesamtkosten für einen Hund oder eine Katze sind deutlich höher. Schließlich müssen Hundesteuer, Tierarztrechnungen und Versicherungen in die Kostenrechnung miteinbezogen werden. Je nach Bundesland fallen für die Hundesteuer beim ersten Hund zwischen 90 und 186 Euro an. Eine Katzensteuer gibt es nicht, wodurch Katzen in der Regel günstiger in der Haltung sind.

Laut  eines Artikels von Der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft kostet ein Hund in seinem Hundeleben circa zwischen 12.000 und 15.000 Euro. Auch die Kosten für eine Katze während ihres gesamten Katzenlebens wird mit 12.000 Euro beziffert. Eine Hauskatze wird in etwa zwischen 12 und 18 Jahre alt. So wären das bei den vorhandenen Zahlen und einer Katze, welche 12 Jahre alt wird, rund 83 Euro monatlich, was eine Katze dem Besitzer kosten würde.                 

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